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Doppelsterne

Inhalt:
  • Allgem. zur Astrometrie
  • Allgem. zur Philips ToU Webcam


Astrometrie mit einer Webcam

Allgemeines zur Astrometrie

Unter Astrometrie versteht man bei der Doppelsternbeobachtung die genaue Lagebestimmung der verschiedenen Komponenten bezogen auf die Hauptkomponente. Die Lage ist für eine bestimmte Zeit durch Angabe der Distanz und des Positionswinkels eindeutig festgelegt (vergl. Koordinatensysteme). Bei manchen Doppelsternen können im Laufe von wenigen Jahren erhebliche Änderungen auftreten (z.B. Xi UMa, Gamma Virginis, 70 Oph, 44 Bootes). Die Bestimmung der aktuellen Distanzen und Positionswinkel ist daher sehr interessant.

Voraussetzung hierfür ist jedoch die Kenntnis des exakten Abbildungsmaßstabes, also dem Verhältnis zwischen der Größe des Bildfeldes (in Pixel) zum abgebildeten Himmelsausschnitt (in Bogensekunden). Wird zur Brennweitenverlängerung eine Barlowlinse verwendet, so hängt die effektive Brennweite des optischen Systems auch von dem Abstand zwischen Barlowlinse und Webcam ab und kann je nach verwendeten Adapter variieren. Die unterschiedlichen Abbildungsmaßstäbe müssen jedoch genau bekannt sein. Daher muss das System (Teleskop + Barlowlinse + Okularhülsen + Webcam) anhand Vergleichsmessungen zunächst kalibriert werden. Anhand einer Okularskala läßt sich die Änderung des Fokus für verschiedene mechanisch-optische Konfigurationen leicht überprüfen.


Abbildung 1: selbstgebaute Okularskala am R200SS


Allgemeines zur Philips ToU Webcam
Pro (PCVC740 k)

Aufgrund der geringen Größe des CCD Chips von lediglich 4,6 mm x 3,97 mm lassen sich problemlos hohe Auflösungen realisieren. Hierdurch kann die Vergrößerung leicht dem Auflösungsvermögen des Teleskops angepasst werden. Wegen der sehr geringen Größe des Gesichtsfeldes spielen optische Fehler wie zum Beispiel Koma keine Rolle mehr. Ein weiterer Vorteil des kleinen Gesichtsfeldes besteht darin, daß der Abbildungsmaßstab beim R200SS in Verbindung mit der dazugehörigen Barlowlinse 1500/7,5 über das Gesichtsfeld als konstant angesehen werden kann.
 
Durch den CCD Chip ist die Philips ToUcam (PCVC 740k) extrem lichtempfindlich. Die einstellbaren Belichtungszeiten liegen zwischen 1/2000 Sekunde und 1/25 Sekunde. Mit 8 Zoll Öffnung können bei einer Belichtungszeit von 1/25 Sekunde problemlos Sterne bis zur 10. Größe direkt aufgezeichnet werden. Mit geeigneten Bildverarbeitungsprogrammen (REGISTAX, REDUC) lassen sich die Einzelbilder miteinander überlagern, wodurch ein besserers Signal / Rauschverhältnis resultiert. Auf diese Weise können Begleiter und Hintergrundsterne bis zu 11,5 mag erkannt werden.




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