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![]() Flemsteeds 7 Fuß Mauerquadrant, um 1700 ![]() Mikrometer, Mannheimer Mauerquadrant, 1775 ![]() Herschels 7-Fuß Teleskop, um 1780 ![]() Göttinger Sternwarte Heliometer von Gauss ![]() Dorpat, Fraunhofer Refraktor um 1840 ![]() US Naval Observatory 26'' Repsold Refraktor 1871 [2] ![]() US Naval Observatory Okularseitiges Ende des 26'' Repsold Refraktors [2] ![]() US Naval Observatory Worley Mikrometer am 26'' Refraktor, um 1970 [2] ![]() US Naval Observatory Speckle Kamera am 26'' Refraktor um 1990 [2] ![]() Speckle Interferometry am 100'' Teleskop am Mount Wilson [2] ![]() Speckle Kamera am 100'' Teleskop am Mount Wilson [2] |
Koordinatensysteme zur Beschreibung von
Doppelsternabständen - oder die Entwicklung der Beobachtungstechnik von J.S. Schlimmer 04/2006 Die Position eines Sterns wird normalerweise in Rektaszension und Deklination angegeben. Die Deklination kann beim Meridiandurchgang durch Bestimmung des Winkels relativ leicht gemessen werden. Schwieriger ist die Bestimmung der Rektaszension. Diese wurde im 17. und 18. Jahrhundert beim Meridiandurchgang mit Hilfe einer astonomischen Pendeluhr bestimmt. Die Genauigkeit hing damit von der Ganggenauigkeit der Uhr und dem Ablesen der Uhrzeit (Sternzeit) ab und betrug bestenfalls 0,5 s. In der Regel wurden die Teleskope an den entsprechenden Meßvorrichtungen (Mauerquadrant, Passageinstrument) nicht nachgeführt. ![]() Nachfolgendes Beispiel demonstriert die Grenzen der Meßgenauigkeit dieser Methode. Hierzu betrachten wir einen Doppelstern mit den gleich hellen Komponenten A und B in 15'' Distanz. Der Positionswinkel soll 135° betragen. Der Einfachheit wegen soll sich die Komponente A auf dem Himmelsäquator befinden (Deklination = 0°). Auf dem Himmelsäquator bewegt sich ein Stern in 1 Zeitsekunde um 15''. Das Achsenkreuz in Abbildung 1 entspricht einer einfachen Meßvorrichtung im Okular. Aufgrund des gewählten Positionswinkels beträgt der Abstand der beiden Komponenten sowohl in Rektaszension als auch in Deklination 10,6''. Innerhalb von nur 0,7 Zeitsekunden passieren beide Komponenten das Fadenkreuz des Okulars, unabhängig von der verwendeten Vergrößerung des Betrachters. Es läßt sich schnell einsehen, daß - selbst bei recht weit auseinander stehenden Komponenten - mit dem Sekundenschlag einer Pendeluhr eine exakte Zeitmessung kaum möglich war. Die Bestimmung des Abstandes hing also im Wesentlichen von der genauen Bestimmung der Zeit ab. Ein sehr schönes Beispiel für diese Problematik ist My Cygni. Betrachten wir die
Beobachtungen des Mannheimer Astronomen Christian
Mayer etwas genauer. Er beobachtete ab dem Jahre 1776 Doppelsterne,
deren
Abstände und Winkel er mit Hilfe eines Mauerquadranten und einer
Pendeluhr bestimmte. Um diese Messungen mit den Ephemeriden oder
heutigen Messungen zu vergleichen ist die Umrechnung der Ergebnisse in
Polarkoordinaten notwendig :
Spalte 1 : Name des beobachteten Sterns Tabelle 2 :
Umrechnung der Beobachtungsdaten von Christian Mayer von kartesischen
Koordinaten in Polarkoordinaten Die Bestimmung der Polarkoordinaten (Distanz, Positionswinkel) setzt im Grunde eine entsprechend genaue Nachführung von Teleskop und Meßvorrichtung voraus, damit das Fadenkreuz oder andere Hilfen auf den Begleiter B ausgerichtet werden können. Eine solche Nachführung läßt sich am leichtesten mit einer parallaktischen Montierung realisieren. Obwohl die parallaktische Montierung schon im 17. Jahrhundert bekannt war, wurden die Meßinstrumente des 18. Jahrhunderts immer noch ortsfest montiert (Mauerquadrant, Passageinstrument). James Bradley (1693-1762) bestimmte den Winkel bei Doppelsternen folgendermaßen : "(...) Bradley bediente sich zuerst eines, auch in neueren Zeiten noch theilweise angewandten Verfahrens, die Richtungswinkel der Begleiter zu bestimmen; er betrachtete gleichzeitig mit dem rechten Auge den Himmel durch's Fernrohr und mit dem linken unbewaffnet, und suchte nun zwei Sterne, welche mit letzterem gesehen, in derselben gegenseitigen Richtung standen als der Doppelstern im Fernrohr. Die Richtung der erstern konnte sodann leicht und sicher durch Meridianbeobachtungen bestimmt werden; wäre die Vergleichung selbst eben so sicher gewesen; so würde diese Methode nichts zu wünschen übrig lassen. Allein obgleich sie gegenwärtig mit Recht beseitigt ist, so kann sie dennoch als der erste gelungene Schritt zu einer genaueren Kenntniss dieser Himmelskörper angesehen werden; und wir würden ohne diese Bradleyschen Positionswinkel über die Bahnen einiger wichtiger Doppelsterne: so namentlich Castor und Gamma Virginis, noch lange in völliger Unwissenheit bleiben (...)" [1]
Abbildung 3 : Doppelstern
mit gleich hellen Komponenten mit 15'' Abstand und einem
Positionswinkel von 135° bei Betrachtung mit einem Teleskop von 100
mm
Öffnung, Darstellung in Polarkoordinaten Auch Wilhelm Herschel bestimmte Winkel und Distanz bei Doppelsternen nicht direkt sondern indem er das Bild eines Doppelsterns mit seinem Lampenmikrometer nachstellte und anschließend vermaß. Somit war seine Methode zeitunabhängig. Die Lösung führte ihn zur direkten Messung der Polarkoordinaten,. Es ist daher auch nicht weiter erstaunlich, daß die Abstände im Doppelsternkatalog von Herschel sehr viel besser mit den tatsächlichen Werten übereinstimmten wie im Katalog von Mayer. 3. Meßtechnik
im 19. Jahrhundert,
Uhrwerksnachführung und Fadenmikrometer 4. Meßtechnik im 20. Jahrhundert -
Auswertung von
elektronischen Aufnahmen Die Genauigkeit hängt primär vom Abbildungsmaßstab ab. Sie läßt sich durch Auswertung meherer Einzelbilder erheblich steigern. Die automatische Ausgabe der Standardabweichung erlaubt zudem eine Einschätzung des wahren Wertes. Die hohe Genauigkeit mit der heute Doppelsternabstände elektronisch bestimmt werden können liegt darin, dass die Mittelpunkte der Komponenten anhand ihrers Helligkeitsverlaufs subpixel genau berechnet werden. So werden z.B. im Pogramm REDUC [3] die x und y Werte der Sternmittelpunkte auf 1/1000 Pixel ermittelt (siehe auch Auswertung von Doppelsternaufnahmen). Quellennachweis [1] Johann Heinrich Mädler, Populäre Astronomie, erste Auflage, Berlin 1841 [2] http://ad.usno.navy.mil/wds/ds_history.html [3] Florent Losse, REDUC, http://www.astrosurf.com/hfosaf/uk/tdownload.htm
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