Charakteristische
Merkmale und Linien der Spektralklassen
Die
Spektralklassen
Abbildung 1 : Beteigeuze M2, Aldebaran K5,
Riegel B8 und Bellatrix B2 am 6. bzw. 14. Januar 2005, R200SS,
Brennweite 800mm, Kodak E200
Spektralklasse
O
Bei den Sternen
der Spektralklasse
O handelt es sich um sehr heiße Sterne, deren Oberflächentemperatur
über
30.000 K liegt. Bei derartig hohen Temperaturen sind die Atome mehrfach
ionisiert. Typisch sind unter anderem folgende Linien : C III : 4650 ,
N III : 4097, Si IV : 4089. Die römische Ziffer hinter dem Chemischen
Element gibt den Grad der Ionisation an : z. B. handelt es sich bei N
III
um zweifach ionisierten Stickstoff.
Das spektrale
Maximum dieser
Sterne liegt aufgrund der hohen Temperatur im UV Bereich. Weil das
menschliche
Auge gegenüber UV Licht unempfindlich ist, sehen wir diese Sterne mit
blauer Farbe. Liegen diese Sterne innerhalb einer Wasserstoff Region,
so
regen sie den Wasserstoff über Rekombinationsprozesse zum Leuchten an
und wir können diese Wasserstoffnebel (HII-Regionen) sehen.
Spektralklasse
B
Typisch für
diesen Spektraltyp
sind Absorptionslinien ionisierter Atome wie He II, Si IV und N III,
doch
sind in den hier aufgezeichneten Spektrem keine ausgeprägten Linien zu
sehen. Die Breite der Absorptionslinien von O-Sternen ist generell
geringer
wie die anderer Spektralklasssen. Das Strahlungsmaximum liegt immer
noch
UV-Bereich.
Spektralklasse
A
Die
Oberflächentemperatur
der Sterne liegt bei 9000 K. Sie erscheinen uns in weißer Farbe. Die
Wasserstofflinien
der Balmer Serie (siehe Exkurs : Allgemeines
zum Wasserstoffatom) erreichen ihre stärkste Ausbildung bei A0.
Mit dem
Blaze-Gitter
in Verbindung mit der Webcam läßt sich die Balmer Serie bis H zeta
(Übergang
von n=7 auf n=2) bei 3889 A leicht verfolgen (siehe Spektrum Vega).
Bis
heute sind 39 Wasserstofflinien der Balmer Serie bekannt [1].

Abbildung
2 : Spektrum der Vega mit den Wasserstofflinien
Spektralklasse
F
Mit einer
Temperatur von
ca. 6000 - 7500 K handelt es sich um weiß-gelbe Sterne. Die
Wasserstofflinien
verlieren an Intensität. Es treten die ersten Metallinien auf.
Spektralklasse
G
Zu dieser
Spektralklasse
gehören z. B. unsere Sonne und auch Capella im Sternbild Fuhrmann. Die
Oberflächentemperatur beträgt nur noch 5600 K.
Das Strahlungsmaximum der G - Sterne liegt im grünen
Wellenlängenbereich.
Es ist daher nicht verwunderlich, daß sich das menschliche Auge im
Laufe
der Evolution diesen Bedingungen optimal angepaßt hat. Aus diesem
Grunde
nehmen wir das Licht mit einer Wellenlänge von 550 nm am intensivsten
wahr.
Spektralklasse
K
Die
Wasserstofflinien werden
bei K0 schwächer, das Magnesium Triplett ist gut erkennbar. Die
Natrium-D-Linie
gewinnt an Stärke. Ein schönes Beispiel hierfür ist Pollux. Typisch
für Sterne der Spektralklasse K (z. B. Aldebaran und Pollux) sind die
Titanoxid-Banden. Ferner treten die Natrium Linie (5890 A, 5896
A)
und das Magnesiumtriplett (5167 A, 5169 A, 5173 A) deutlich
hervor.
Spektralklasse
M
In dieser
Spektralklasse
findet man die Riesen und Überriesen. Die Überriesen entstehen nur,
wenn
es sich um sehr massereiche Sterne handelt. Ist der Wasserstoffvorrat
im
Innern aufgebraucht und der entstandene Heliumkern zu groß geworden,
kollabiert
der Stern. Dadurch steigen Druck und Temperatur im Innern so gewaltig
an,
daß nun Helium zu Kohlenstoff verbrannt wird. Um den Heliumkern herum
ist jedoch eine Schale, in der die Energie weiterhin durch Verbrennung
des Wasserstoffs produziert wird. Durch den größeren Druck im
Sterninnern
bläht sich die äußere Hülle solange auf, bis ein neuer
Gleichgewichtszustand
erreicht ist. Der neue Gleichgewichtszustand ist jedoch bei vielen
Sternen
dieser Spektralklasse sehr instabil, der Durchmesser dieser Sterne
ändert
sich daher ständig. Mit dem Durchmesser verändert sich auch die
Leuchtkraft.
Es ist daher nicht verwunderlich, daß Beteigeuze zu den Veränderlichen
gehört.
Durch die größere
Entfernung
der Hülle zum Kern verringert sich die Temperatur der Oberfläche. Die
Oberflächentemperatur von Sternen des Spektraltyps M ist kleiner als
3500
K. Das Strahlungsmaximum liegt bereits im infrarotem Teil des
Spektrums,
dadurch erscheinen sie uns in rot-oranger Farbe. Charakteristisch für
Sterne dieser Spektralklasse sind
die Titanoxid-Banden.
[1] Bergmann
Schäfer,
Band 3 Optik, Walter de Gruyter Verlag
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