Allgemeines
zum Wasserstoffatom
Sterne bestehen
im Wesentlichen
aus Wasserstoff. Daher ist das Verständnis des Wasserstoffatoms von
großer
Bedeutung für das Verständnis der Sternspektren.
Bohrsches
Atommodell
Das
Wasserstoffatom läßt
sich mit Hilfe des Bohrschen Atommodels hinreichend genau beschreiben.
Im Bohrschen Atommodel kann das Elektron auf verschiedenen, genau
festgelegten
Bahnen den Kern ohne Energieverlust umkreisen. Die unterschiedlichen
Kreisbahnen
entsprechen dabei bestimmten Energiezuständen des Elektrons. Die
innerste
Kreisbahn n=1 stellt den energetischen Grundzustand dar. Alle anderen
Kreisbahnen
n>1 stellen angeregte Energiezustände dar, in die das Elektron durch
Stöße
mit anderen Elektronen gelangen kann (sogenannte Stoßanregung).
Angeregte
Energiezustände
Die
Wahrscheinlichkeit, daß
ein Elektron in den angeregten Zustand gelangt, hängt von der
Temperatur
ab. Bei niedrigen Temperaturen (Sterne der Spektralklassen K und
M)
befinden sich nur wenige Elektronen in einem angeregten Zustand. Mit
Zunahme
der Temperatur steigt auch die Wahrscheinlichkeit für die Stoßanregung
(Sterne der Spektralklasse A). Bei
höheren Temperaturen werden jedoch
auch immer mehr Elektronen ionisiert (Sterne der Spektralklasse B).
Diese
ionisierten Elektronen sind nicht mehr an den Kern gebunden und können
beliebige Energiezustände erlangen. Bei sehr hohen Temperaturen (Sterne
der Spektralklasse O) sind praktisch
alle Wasserstoffatome ionisiert.
Quantensprünge
Die Verweildauer eines Elektrons
im angeregtem Energiezustand ist jedoch wesentlich kürzer wie im
Grundzustand.
Beim Übergang von einem höheren Energieniveau zu einem tieferen Niveau,
wird die Energiedifferenz in Form eines Lichtquants emittiert
(sogenannter
Quantensprung). Dabei muß das Elektron von einem höheren Energieniveau
nicht direkt in den Grundzustand gelangen. Man unterscheidet daher
verschiedene
Übergangsserien, die nach den Namen ihrer Entdecker benannt wurden :
Lyman-Serie
:
n>1 auf n=1 (ultraviolett)
Balmer-Serie
: n>2 auf n=2 (z.T. sichtbar)
Paschen-Serie
: n>3 auf
n=3 (infrarot)
Brackett-Serie
: n>4
auf n=4 (infrarot)
Pfund-Serie
:
n>5 auf n=5 (infrarot)
Die emittierten
Lichtquanten
der Blamer-Serie liegen zum Teil im sichtbaren Spektralbereich.
Daher
sind sie für die Klassifizierung der Sterne von Bedeutung (siehe Spektrum Vega).
Die
H-alpha-Linie
entsteht zum Beispiel durch den Sprung von n=3 auf n=2, die
H-beta-Linie
entsteht durch den Sprung von n=4 auf n=2 u.s.w.. Je höher die
Energiedifferenzen
sind, umso stärker verschiebt sich das emittierte Lichtquant zum UV
Bereich
hin. Ab einer bestimmten Energie ist das Elektron nicht mehr an den
Kern
gebunden, das Wasserstoffatom ist dann ionisiert. Diese Energie
entspricht
einer Wellenlänge von 364,7 nm und wird als Balmer-Grenze
bezeichnet.
Diese
kurzen
und einfachen Erläuterungen
reichen für das Verständnis der
Wasserstofflinien
völlig aus. Weitere Informationen über das Bohrsche Atommodell findet
man unter [1].
[1] Bohrsches
Atommodell, http://de.wikipedia.org/wiki/Bohrsches_Atommodell
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Februar 2005 :