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Doppelsterne


 
Doppelsterne im Sternbild Cepheus

Alpha Cephei, BU 1502AB, WDS21186+6235

Alpha Cephei im Oktober 2011, R200SS, 1500 mm

Der optische Doppelstern alpha Cephei wurde im Jahre 1879 von S.W. Burnham entdeckt. Da die Komponente B aufgrund einer Helligkeit von lediglich 11,46 Magnituden schwierig zu beobachten ist, liegen seit Burnhams Entdeckung erst 7 Messungen vor. Es handelt sich bei B lediglich um einen Hintergrundstern. In der Nähe von B liegt noch das Paar CD, das auf den Aufnahmen hier jedoch nicht gefunden wurde.


ES  137AB, WDS21191+6152

ES 137AB im Oktober 2011, R200SS, 1500 mm

ES 137AB wird seit 1901 als Doppelstern in den Sternkatalogen geführt. Mit einer Helligkeit von 6,70 und 10,30 Magnituden lässt sich dieser Doppelstern leicht mit einem 8-Zoll Teleskop beobachten. Dennoch liegen erst 10 Messungen vor [1].


Beta Cephei, H3 6, STF2806AB, WDS21287+7034

Beta Cephei im Oktober 2011, R200SS, 1500 mm

Im WDS Katalog wird beta Cephei unter Struves Beobachter Code geführt [1]. Er wurde jedoch schon in Friedrich Wilhelm Herschel erstem Doppelsternkatalog in der 3. Klasse an 6. Stelle aufgeführt : "Doppelt. Sehr ungleich. Der hellere bläulich weiß, der schwächere granatfarben. Distanz 13''125, Position 15°28' südlich vorlaufend [->270° - 15° = 255°, Anm. des Autors]." Die Beobachtung erfolgte am 31. August 1779 [4].


H 3 71, STF2816, WDS21390+5729

STF2816, September 2011und Herschels Granatstern im Oktober 2011, R200SS, 1500 mm

STF2816 liegt nur unweit von Herschels Granatstern entfernt. Es ist daher kein Wunder, dass dieser Doppelstern auch von Friedrich Wilhelm Herschel am 27. September 1782 entdeckt wurde. Herschel führt ihn in seinem 2. Katalog in der 3. Klasse unter der Nummer 71 auf. Er beschrieb ihn wie folgt :

"Dreifach, etwa 1,5° dem Granatstern vorlaufend, in einer Linie parallel mit i und zeta Cephei (Herschel meinte hier die Verbindungslinie zwischen dem Granatstern und H3 71 ist parallel der Linie zwischen i und zeta Cephei, Anm. des Autors), Die beiden nächsten [sind] sehr ungleich, der hellere weiß, der schwächere ?, Distanz 11''35'''. Position 35°24' südlich folgend (-> 90° + 35°24' = 125,4°, Anm. des Autors). Der zweit entfernste deutlich ungleich. Der schwächere ?, Distanz 18''37''', Position 73°57' nördlich vorlaufend [-> 270° + 73°57' = 344,0°, Anm. des Autors]...." [6].

Eigene Messungen belegen Herschels Angaben. Die Abweichungen sind nur unwesentlich. Es liegen seit Herschels Entdeckung zahlreiche Messungen vor, eine Umlaufbewegung ist bis jetzt jedoch nicht bekannt.


H 3 72, STF2819, WDS21404+5736

STF2819, September 2011, R200SS, 1500 mm

Auch bei STF2819 geht die Entdeckung auf Friedrich Wilhelm Herschel zurück. Er entdeckte ihn ebenfalls am 27. September 1782. Herschel schrieb : "Doppelt. 1/4° vom vorgenannten Dreifachstern entfernt. Deutlich ungleich. Der hellere rötlich-weiß, der schwächere ?, . Distanz 13''7'''. Position 32°0' nördlich folgend [-> 90° - 32° = 58°, Anm des Autors]." [6]. Auch hier stimmen Herschels Angaben hervorragend mit eigenen Ergebnissen überein.


STT 461, WDS22039+5949

STT 461, Oktober 2011, R200SS, 1500 mm

STT 461AB wurde erstmals im Jahre 1848 beobachtet, die Komponente C im Jahre 1863 und D, E und F im Jahre 1876. Die Eigenbewegung aller Komponenten ist sehr gering. Daher haben sich auch die Abstände und Winkel zueinander kaum verändert. Auffällig ist, dass die Komponenten A, C, E und F nahezu eine Linie bilden. Dies dürfte aber reiner Zufall sein.


BSC8472, ENG 83AB, WDS22118+5650

ENG 83AB, Oktober 2011, R200SS, 1500 mm

Bei ENG 83AB handelt es um zwei Sterne, die nicht miteinander in Verbindung stehen. Die Komponente B ist ein Hintergrundstern, was anhand der relativen  Eigenbewegung  von 237 Millibogensekunden/Jahr in Rektaszension und 130 Millibogensekunden/Jahr in Deklination deutlich wird [1].


Epsilon Cephei, ENG 84AB, WDS22150+5703

ENG 84AB, Oktober 2011, R200SS, 1500 mm

Bei ENG 84AB verhält es sich genau wie bei dem zuvor beschriebenen Stern. Die Eigenbewegung beträgt hier 447 Millibogensekunden/Jahr in Rektaszension und 53 Millibogensekunden/Jahr in Deklination [1].


Delta Cephei, H 5 4, STFA 58AC, WDS22292+5825 und H4 31AB, WDS22284+5825

H5 4, STFA 58AC und H4 31 im Oktober 2011, R200SS, 1500 mm

Delta Cephei ist ein pulsierender Stern, dessen Periode nahezu konstant ist. Auch die Lichtkurve ist im Vergleich zu andern Veränderlichen sehr stabil. Die Periode beträgt 5,366 Tage. Im WDS Katalog wird die Entdeckung des Begleiters Struve zugeschrieben. Die erste Messung im WDS stammt aus dem Jahr 1800 [1]. Allerdings wird dieser Doppelstern schon im ersten Doppelsternkatalog von Friedrich Wilhelm Herschel in der 5. Klasse an 4. Stelle aufgeführt (H5 4). Er beobachtete ihn am 31. August 1779 und beschrieb ihn als ungleichen Doppelstern mit einem Abstand von 38'',18'''. Einen Winkel nannte Herschel nicht [4].

Nicht weit von delta Cephei befindet sich noch ein weiterer Doppelstern, der ebenfalls von Herschel entdeckt wurde und in der 4. Klasse an 31. Stelle seines Kataloges zu finden ist (H4 31). Allerdings erfolgte die Entdeckung erst knapp 2 Jahre nach der Entdeckung von delta Cephei am 27. Mai 1781 : "Dreifach. Es ist ein Stern nahe delta [Cephei]. Distanz des nächsten [Begleiters] etwa 20'' [4].





Quellennachweis

[1] The Washington Double Star Catalog,
http://ad.usno.navy.mil/wds/

[2] Christian Mayer, Verzeichniss aller bisher entdeckten Doppelsterne, Berliner Astronomisches Jahrbuch für 1784, Herausgegeben von Johann Elert Bode 1781,
[3] Brian Workman, Binary Star Orbit Calculator, http://www.geocities.com/CapeCanaveral/Runway/8879/englishdownload.html
[4] William Herschel, Catalog of Double Stars, Philosophical transactions of the Royal society of London, 1782 Vol. 72
[5] The Bright Star Catalogue, http://www.alcyone.de/SIT/bsc/bsc.html
[6] William Herschel, Catalog of Double Stars, Philosophical transactions of the Royal society of London, 1785 Vol. 75
[7] Christian Mayer, Gründliche Vertheidigung neuer Beobachtungen von Fixsterntrabanten welche zu Mannheim auf der kurfürstlichen Sternwarte entdeckt worden sind, Mannheim 1778
[8] Christian Mayer, De novis in coelo sidereo phaenomenis in miris stellarum fixarum comitibus, Mannheim 1779
[9] Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim (LTA) / Archiv / Bildarchiv / Bestand Sternwarte, Fotografie : J.S.Schlimmer

Danksagung

This research has made use of the Washington Double Star Catalog maintained at the U.S. Naval Observatory.
This research has made use of the SIMBAD database, operated at CDS, Strasbourg, France