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Doppelsterne im Sternbild Cygnus (Schwan)
Beta Cygni, Albireo, Mayer 62, STF 43 Einer der schönsten Doppelsterne ist Beta Cygni (Albireo). Was ihn gegenüber anderen Doppelsternen so auszeichnet, ist der enorme Farbkontrast seiner Komponenten. Die 3,1 mag helle Komponente strahlt in orange, während die zweite nur 5,1 mag helle Komponente in blau erstrahlt. Mit einer Distanz von derzeit 34 Bogensekunden ist Beta Cygni, der den Eigennamen Albireo (Vogel) trägt, bereits mit einem 8 x 42 Fernglas zu trennen. Hierbei sollte man sich auf eine Liege oder auf eine Isomatte legen, da der nach oben gerichtete Blick sonst schnell zur Qual wird. Der schönste Anblick bietet er in einem lichtstarken Teleskop bei kleiner bis mittlerer Vergrößerung. Hier bilden die zahllosen gelben Sterne der Milchstraße den Hintergrund, vor dem Albireo so farbenfroh erscheint. Friedrich Wilhelm Herschel kannte bereits den Farbkontrast von Albireo. Er schrieb : "12. Sept. 1779, doppelt, beträchtlich ungleich, der größere [Stern] ist blaß rot, der kleinere ist wunderschön blau. Die Bewertung der Farben ist bei 227-facher und 460-facher Vergrößerung dieselbe. Distanz 39'' 32''', sehr genau. Position 36° 28' nachlaufend." [4]. Aus
Christian Mayers Notizbuch [9] In den Beobachtungsaufzeichnungen des Mannheimer Astronomen Christian Mayer wird dieser Farbkontrast nicht erwähnt. Mayer beobachtete Albireo in den Jahren 1777 und 1778 insgesamt 75 mal [8]. Er verglich Flamsteeds Positionsmessungen aus dem Jahre 1691 mit seinen eigenen Messungen von 1777. Im Gegensatz zu Flamsteed, der keinen Unterschied der Komponenten in Deklination fand, ermittelte Mayer einen deutlichen Unterschied. Er schrieb : "Diese Beobachtungen ist meines Erachtens überzeugend, daß Herr Flamsteed gar keinen Unterschied der Höhe zwischen Beta des Schwanen und seinem Trabanten [gemeint ist der Begleiter] habe wahrnehmen können. Dermalen ist aber aus meinen und meines Herrn Beigeordneten Beobachtungen dieser Unterschied von 19 Sek. Meine im Jahre 1777 vom 11. Jul. bis zum 13. Sep. mit allem möglichen Fleiße gemachte Beobachtungen erweisen solches, und ich darf sammtliche Herrn Sternkundige zu Wiederholungen derselben einladen. Sie sind alle mit dem Mauerquadranten und desselben Mikrometer von mir gemacht (..) Nehmen wir aus diesen 16 Beobachtungen die Mittelzahl; so finden wir, daß der Trabant von Beta des Schwannen im Jahre 1777 um 19,3'' mehr gegen Norden stund, als zu Zeiten Flamsteed´s." [7]. Der Abstand in Rektaszension habe sich seit den Zeiten Flamsteeds nicht geändert, bemerkte Mayer. Dieser betrage 2 Zeitsekunden (= 26,6''). Aus seinen Angaben resultiert eine Distanz zwischen Hauptstern und Begleiter von 32,9'' und ein Winkel von 36,0°. Aus den unterschiedlichen Ergebnissen seiner und Flamsteeds Messungen leitete Mayer eine Bewegung des Begleiters um den Hauptstern ab. Sollten beide Komponenten hingegen kein zusammengehöriges Sternsystem bilden, so müßte die Bewegung des Begleiters durch die Eigenbewegung erklärt werden können. Diese hatte bereits der Göttinger Astronom Tobias Mayer einige Jahre zuvor bestimmt. Sie betrug demnach "43 Sek.in Zeit 44 Jahren", ein viel zu großer Wert. Tatsächlich beträgt die Eigenbewegung von Albireo lediglich 0,003'' pro Jahr [5]. Man muß heute davon ausgehen, daß Flamsteeds Messungen nicht korrekt waren, denn eine Bewegung des Begleiters um seinen Hauptstern läßt sich in so kurzer Zeit nicht feststellen. Laut WDS [1] hat sich der Positionswinkel in der Zeit von 1755 bis 2005 lediglich um 3°, der Abstand hat sich in dieser Zeit nur um 0,8'' geändert. Auch die Eigenbewegung kann bei Albireo für diesen Zeitraum vernachlässigt werden. Chi Cygni weitere Infos (350
kByte !) Chi Cygni ist in erster Linie wegen seiner Veränderlichkeit bekannt. In 155'' Abstand befindet sich aber noch ein 10,8 mag heller Begleiter. 17 Cygni siehe Chi Cygni Vergleichssterne (350 kByte !) 18 Delta Cygni, STF2579 Die
Umlaufbahn für 18 Delta Cygni, Periode = 780,2 Jahre, (Sca1983a) 18 Delta Cygni, 3. September 2005, R200SS,
1500 mm, Mittelung über 9 EinzelbilderMit einer Helligkeit
von 2,89 mag bzw. 6,27 mag sollten beide Komponenten, die immerhin
einen Abstand von 2,6" (2005) haben, leicht zu trennen sein. Insgesamt
habe ich 18 Delta Cygni im August und September 2005 vier Mal
beobachtet, doch ließ sich der Begleiter nur in ruhigen Phasen der Luft
ausfindig machen. Dem visuellen Anblick nach scheint mir der
Kontrastunterschied wesentlich größer wie 3,4 mag zu sein. Noch
schwieriger gestaltet sich die Aufnahme des Doppelsterns. Die Aufnahme
zeigt eine Überlagerung von 9 Einzelbildern, die mit einer
Belichtungszeit von je 1/100 s gewonnen wurden. 24 Psi Cygni, STF2605 24 Psi Cygni, R200SS, 1500 mm, MIttelung
über 10 Einzelbilder
Bei 24 Psi Cygni
handelt es sich um ein 4-fach System, doch lassen sich die 13,6 mag
bzw. 11,3 mag hellen C und D Komponenten videotechnisch nicht
festhalten, wenn die Belichtungszeiten und andere Parameter der Webcam
auf die Trennung der A und B Komponente abgestimmt sind. Die Duplizität
des Hauptsterns wurde bereits 1779 von Friedrich
Wilhelm Herschel
erkannt. Er schreibt über seine Beobachtung am 2. November 1779 : "doppelt, extrem ungleich, der kleinere
Stern ist nur ein Punkt (...)" [4]. Damals betrug der Abstand
allerdings 4", aktuell liegen die A und B Komponente nur 2,9"
auseinander. Der Positionswinkel beträgt (2003) 178°. Bereits mit
94-facher Vergrößerung läßt sich 24 Psi Cygni leicht in zwei
Komponenten trennen. Die Daten für 2003 :
Bei 30, 31 Cygni
handelt es sich um ein Mehrfachsystem, bei dem die beiden
Hauptkomponenten A und D im Fernglas wegen des großen Abstandes von
337" einen besonders schönen Anblick bieten. Während es sich bei der
3,8 mag hellen Komponente A um einen roten Riesen der Spektralklasse
K2II handelt, so erstrahlt die 4,8 mag helle D Komponente in
blau-weißer Farbe (Spektraltyp A5IIIn). Auch F.W. Herschel beschrieb diesen
Farbkontrast in seinem 1. Doppelsternkatalog : "doppelt, beachtlich ungleich. Der größere
[Stern] ist schwach rötlich, der kleinere [Stern] blau (..)" [4]. 52 Cygni,
STF2726 52
Cygni und der westliche Teil des Cirrus
Nebels, Zeichnung bei 50 facher Vergrößerung, R200SS 52 Cygni, R200SS, 1500 mm, 31.
August 2005, Mittelung über 21 Einzelbilder52 Cygni ist der hellste Stern im Cirrus Nebel und liegt inmitten des westlichen Teils. Wählt man zunächst eine kleine Vergrößerung (50-fach) und verwendet zusätzlich einen Nebelfilter wie z.B. den UHC-Filter, so läßt sich der Cirrus Nebel auch von weniger guten Standorten aus beobachten. 52 Cygni selbst läßt sich bei kleinen Vergrößerungen noch nicht trennen. Betrachtet man 52 Cygni hingegen mit 120-facher Vergrößerung, so zeigt sich in 6,4" ein 8,7 mag schwacher Begleiter. Der Hauptstern selbst ist mit 4,2 mag rund 60 Mal so hell. Der Positionswinkel beträgt 69°. Während die visuelle Trennung bei mittleren Vergrößerungen kein Problem darstellt, so ist die Aufzeichnung mit Hilfe einer Webcam aufgrund des Kontrastunterschieds deutlich schwerer. Die Entdeckung seiner Doppelsternnatur ist F.W. Herschel zuzuschreiben [4]. 61 Cygni, (61
Cyg), Mayer 70, STF2758
Anhand von 61 Cygni konnte Friedrich Wilhelm Bessel erstmals die Richtigkeit des heliozentrischen Weltbildes des Kopernikus beweisen ! Dadurch gehört 61 Cygni zu den interessantesten Doppelsternen. Mehr darüber finden Sie im Artikel : der Doppelstern 61 Cygni ![]() 65 Tau Cygni,
AGC 13, WDS 21148+3803 Umlaufbahn
für 65 Tau Cygni, Periode = 49,6 Jahre, (Sod1999)
65 Tau Cygni ist
mit einem 8-Zoll-Newton-Teleskop derzeit nicht aufzulösen. Aktuell
beträgt der Abstand zwischen der A und B Komponente nur 0,75".
Mit
einer Umlaufzeit von 49,6 Jahren gehört 65 Tau Cygni zu den
"schnellsten" Doppelsternen, die visuell trennbar sind. Allerdings
dürfte der enorme Größenunterschied von 3,83 mag (A-Komponente) zu 6,57
mag (B-Komponente) die Auflösung auch mit größeren Teleskopen
erschweren. Die Struktur von Tau Cygni wurde aufgrund des geringen
Abstandes und des Kontrastunterschiedes auch erst im Jhare 1874 von A.G. Clark entdeckt. 66 Ny Cygni 66 v Cygni, 25. August 2005, R200SS, 1500
mm, Mittelung über 80 EinzelbilderBereits bei 94-facher
Vergrößerung zeigt sich der 10,0 mag schwache Begleiter bei 183°. Der
zweite Begleiter, der mit 9,95 mag fast gleich hell ist, fällt aufgrund
des geringeren Abstandes nicht so leicht auf. Die Daten aus dem WDS : AB :
Helligkeit : 4,43
bzw. 10,0 mag; PW : 220°; Distanz : 15,1" 78 My Cygni,
Mayer 72, STF2822 Umlaufbahn
von 78 My Cygni, Periode = 789 Jahre, (Hei1995)
78 My Cygni, 29. August 2005, R200SS, 3000
mm Brennweite, Mittelung über 15 Einzelbilder Die Duplizität von 78 My Cygni war bereits dem Mannheimer Astronomen Christian Mayer bekannt : "My vom Schwanen habe ich den 7. Sept. 1777 und viele darauf folgende Täge gar deutlich als einen Doppeltstern gefunden, und als einen solchen beobachtete ihn auch öfters Herr Johann Mezger. Wir haben ihn von diesem Tage an sehr oft beobachtet : das kleine Sternlein steht mehr gegen Ost um eine Sekunde in der Zeit, und um 2,5'' nördlicher als der Hauptstern." [7]. Mayers
Eintragung im Beobachtungsbuch vom 24. August 1778 [9]In seinem Doppelsternverzeichnis [2] ist der Abstand mit 11" angegeben, während laut WDS [1] der Abstand damals 6,9" betrug. Der Wert im WDS stammt von Friedrich Wilhelm Herschel, der etwa zur selben Zeit 78 My Cygni beobachtete. Die Berechnung der Ephemeriden für das Jahr 1777 bestätigen den Abstand von 6,9". Wie kommt nun Christian Mayer zu diesem fehlerhaften Abstand ? Betrachten wir seine Angaben etwas genauer. Der Abstand in Deklination von 2,5'' stimmt mit der Bahnkurve sehr gut überein. Für die Rektaszension nanntet er einen Abstand von einer Zeitsekunde. In einer Zeitsekunde bewegte sich My Cygni damals um 13,3'' von Ost nach West. Tatsächlich benötigte der Begleiter jedoch nur 0,5 Zeitsekunden um die Strecke zu durchlaufen. Mit dem Sekundenschlag einer astronomischen Pendeluhr war jedoch eine genaue Zeitmessung nicht möglich, daher der große Fehler in der Distanz. Die Position, die Christian Mayer in seinem Verzeichnis für 78 My Cygni angibt, stimmt mit der berechneten Position für das Jahr 1777 ebenfalls überein. Wir können daher sicher sein, daß es sich in seinem Verzeichnis wirklich um diesen Stern handelt. Aktuell (2008) liegt der Abstand bei 1,7", der Positionswinkel beträgt 315°. NSV24885 siehe Chi Cygni Vergleichssterne (350 kByte !) Quellennachweis [2] Christian Mayer, Verzeichniss aller bisher entdeckten Doppelsterne, Berliner Astronomisches Jahrbuch für 1784, Herausgegeben von Johann Elert Bode 1781, [3] Brian Workman, Binary Star Orbit Calculator, http://www.geocities.com/CapeCanaveral/Runway/8879/englishdownload.html [4] Wiliam Herschel, Catalog of Double Stars, Philosophical transactions of the Royal society of London, 1782 Vol. 72 [5] The Bright Star Catalogue, http://www.alcyone.de/SIT/bsc/bsc.html [6] Wiliam Herschel, Catalog of Double Stars, Philosophical transactions of the Royal society of London, 1785 Vol. 75 [7] Christian Mayer, Gründliche Vertheidigung neuer Beobachtungen von Fixsterntrabanten welche zu Mannheim auf der kurfürstlichen Sternwarte entdeckt worden sind, Mannheim 1778 [8] Christian Mayer, De novis in coelo sidereo phaenomenis in miris stellarum fixarum comitibus, Mannheim 1779 [9] Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim (LTA) / Archiv / Bildarchiv / Bestand Sternwarte, Fotografie : J.S.Schlimmer Danksagung This research has made use of the Washington Double Star Catalog maintained at the U.S. Naval Observatory. Seitenaufrufe
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