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Doppelsterne im Sternbild Equuleus (Füllen)

Gamma Equulei, STFA 54AD, WDS21103+1008

Bei Gamma Equulei handelt es sich um ein Mehrfachsystem. Die beiden Komponenten AB liegen mit einem Abstand von 1,5'' dicht beieinander und lassen sich aufgrund des großen Kontrastunterschiedes von 4 Magnituden nur schwer auflösen. Die Komponente C hat lediglich eine Helligkeit von 12,6 mag und ist visuell mit einem 8 Zoll Teleskop nicht zu beobachten. Die Beobachtung der Komponente D ist hingegen relativ leicht. Der Abstand beträgt rund 334'', die Helligkeit immerhin 6,1 mag. Somit ist sie von allen Komponenten die auffälligste. Gamma Equulei weist eine geringe Eigenbewegung auf, die anhand der Komponente D leicht sichtbar ist. Somit handelt es sich bei der Komponente D lediglich um einen optischen Doppelstern.

Eigenbewegung von Gamma Equulei

Für den Zeitraum von 1835 bis 2008 liegen insgesamt 21 Messungen vor, aus denen sich die Eigenbewegung berechnen läßt :

Ergebnisse :

μx =    57 Millibogensekunden/Jahr  [Hipparcos    51 Millibogensekunden/Jahr]
μy = -178 Millibogensekunden/Jahr  [Hipparcos -153 Millibogensekunden/Jahr]
μ   = -187 Millibogensekunden/Jahr


Delta Equulei, STF2777AB-C, WDS21145+1000

Delta Equulei (Komponente AB) läßt sich aufgrund seiner Helligkeit von 4,5 mag leicht beobachten. Mit einer Distanz von lediglich 0,3'' ist AB nur mit größeren Teleskopen oder der Speckle Interferometrie zu trennen. Sie umkreisen ihren gemeinsamen Schwerpunkt in nur 6 Jahren. Durch einen Hintergrundstern (Komponente C) mit einer Helligkeit von 10,15 mag kann jedoch die Eigenbewegung von Delta Equulei leicht verfolgt werden. Diese ist mit insgesamt 300 Milibogensekunden pro Jahr recht groß. Die älteste Messung stammt bereits von Herschel aus dem Jahr 1781.

STF2777AB-C

Eigenbewegung von Delta Equulei, STF2777AB-C

Für den Zeitraum von 1781 bis 2008 liegen insgesamt 82 Messungen vor, aus denen sich die Eigenbewegung berechnen läßt :

Ergebnisse :

μx =    52 Millibogensekunden/Jahr  [Hipparcos    40 Millibogensekunden/Jahr]
μy = -287 Millibogensekunden/Jahr  [Hipparcos -304 Millibogensekunden/Jahr]
μ   = -292 Millibogensekunden/Jahr


Epsilon 1 Equulei, Mayer 68

Epsilon 1 Equulei, R200SS, 1500 mm Brennweite, Mittelung über 57 Einzelbilder
Epsilon 1 Equulei ist ein 4-fach System im Sternbild Füllen. Die beiden Komponenten A und B haben derzeit einen Abstand von 0,7" und sind auf der Aufnahme nicht getrennt zu sehen. Die Komponente C hat jedoch einen Abstand  von rund 10" und ist sofort zu erkennen. Die Komponente D ist mit einer Helligkeit von 12,4 mag zu lichtschwach, um im 8-Zoll Teleskop noch aufzufallen. Die Doppelsternnatur wurde von Christian Mayer entdeckt. Er führte ihn an 68. Stelle seines Kataloges auf. Auch Friedrich Wilhelm Herschel erkannte 1780 die Doppelsternnatur von Epsilon 1 Equuleus. Er sah übrigens drei Komponenten.


STF2742, WDS21022+0711, HIP103813

STF2742, R200SS, 1500 mm

Die Struktur von STF2742 ist bereits seit 1825 bekannt. Seitdem haben sich Winkel und Abstand nur wenig geändert. Eine Bahnberechnung liegt trotz der über 190 Beobachtungen nicht vor. Die Komponenten haben eine Helligkeit von 7,4 und 7,6 mag, der Abstand liegt bei ca. 2,8'' der Winkel beträgt rund 214°.


Quellennachweis

[1] The Washington Double Star Catalog, http://ad.usno.navy.mil/wds/
[2] Christian Mayer, Verzeichniss aller bisher entdeckten Doppelsterne, Berliner Astronomisches Jahrbuch für 1784, Herausgegeben von Johann Elert Bode 1781,
[3] Brian Workman, Binary Star Orbit Calculator, http://www.geocities.com/CapeCanaveral/Runway/8879/englishdownload.html
[4] William Herschel, Catalog of Double Stars, Philosophical transactions of the Royal society of London, 1782 Vol. 72
[5] The Bright Star Catalogue, http://www.alcyone.de/SIT/bsc/bsc.html
[6] William Herschel, Catalog of Double Stars, Philosophical transactions of the Royal society of London, 1785 Vol. 75


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