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Auswertung
von Doppelsternaufnahmen 1. Datenreduktion a)
REGISTAX Eine einfache Auswertung kann mit REGISTAX [1], einem
Freeware Programm
erfolgen. Dieses Programm erlaubt
sowohl eine automatische als auch eine manuelle Verarbeitung der
Videos. Die Hauptaufgabe des Programms besteht in der Lagekorrektur
des Objektes zwischen den Einzelbildern, die aufgrund des Seeings
statistisch gegeneinander verschoben sind. Aufgrund des Seeings sind
die Einzelbilder von sehr unterschiedlicher Qualität. Durch
Vergleich
der Einzelbilder mit einem vorgegebenen Muster im Frequenzbereich (FFT
Analyse) ist in der Regel eine automatische Selektion und
Weiterverarbeitung der besten Einzelbilder gegeben. Nach dem Zentrieren
können die besten Bilder automatisch zu einem Summenbild gestackt
werden ("shift und add" Verfahren). Mit einem weiteren
Bildverarbeitungsprogramm lassen
sich die Doppelsternabstände und Positionswinkel sofort auslesen. Die
erzielbaren Genauigkeiten liegen dabei im Bereich von ± 1
Pixel. b) REDUC Das Programm REDUC
[2] von Florent Losse
erlaubt hingegen eine automatische Analyse der Einzelbilder und wurde
speziell
zur Auswertung von Doppelsternaufnahmen geschrieben. Die erzielbaren
Genauigkeiten liegen dabei deutlich unter dem
Auflösungsvermögen des
Teleskops oder dem Abbildungsmaßstab der gewählten
Konfiguration. Die
Distanz von Xi UMa konnte mit
REDUC bis auf eine
Abweichung von 0,02'' genau gemessen werden. ![]() Abbildung 4 : Oberfläche des Programms
REDUC zur Auswertung von Doppelsternaufnahmen.
2. Signal-Rausch-Verhältnis (signal to
noise ratio, SNR) Sowohl
mit Registax als auch REDUC können die
Einzelbilder zu einem statistisch gemitteltem Summenbild aufbereitet
werden. Dieses
als „add and shift“ – bezeichnete Verfahren führt zu einem besseren
Signal/Rausch Verhältnis, wobei das Rauschen proportional zur Wurzel
der Anzahl
der Bilder abnimmt:
Aufgrund eines verbesserten Signal-Rausch-Verhältnisses lässt sich die Empfindlichkeit der Webcam um ca. 0,5 bis 1 Magnitude verbessern, wobei Sterne bis ca. 11 Magnituden analysiert werden können. Zur Beseitigung von Störungen kann zusätzlich ein Dunkelbild erzeugt werden. Dieses wird vom Summenbild subtrahiert. Anhand der Umgebung von 61 Cygni lässt sich das „add and shift“ – Verfahren demonstrieren. ![]() Abbildung 1:
Verbesserung des Signal-Rausch Verhältnisses durch das "add and shift"
Verfahren am Beispiel von 61 Cygni AB und Komponente H. 3. Reproduzierbarkeit und Konsistenz a) Konsistenz verschiedener
Systemkonfigurationen Werden die
Doppelsternbeobachtungen mit verschiedenen, bekannten
Abbildungsmaßstäben durchgeführt, so sollten die unterschiedlichen
Aufnahmen im Rahmen der statistischen Genauigkeit für ein
Doppelsternsystem
das gleiche Ergebnis liefern. Was sich zunächst so selbstverständlich
anhört, erweißt sich in der Praxis aber schnell als Problem. Sollen die
Doppelsterndistanzen bis auf wenige 1/100 Bogensekunden genau bestimmt
werden, so müssen die Abbildungsmaßstäbe bis auf wenige
1/1000 Bogensekunden bekannt sein. Auch die
Belichtungszeit hat einen Einfluss auf das Ergebnis. Bei längeren
Belichtungszeiten werden die Beugungsscheibchen bzw.
die Speckles
größer
dargestellt, wie bei kürzeren Belichtungen. Eine genaue Zentrierung
wird dadurch erschwert. Eine Übersättigung der abgebildeten Komponenten
durch zu lange Belichtungszeiten sollte daher vermieden werden. Dies
gelingt jedoch nur, wenn beide Komponenten annähernd gleich hell sind. b)
Reproduzierbarkeit der Systemkonfiguration c)
Reproduzierbarkeit des Auswerteprogramms Die Auswertung eines
Datensatzes sollte unabhängig vom Initialbild im Rahmen der
statistischen Streuung immer zum gleichen Ergebnis führen. Dies lässt
sich relativ leicht überprüfen, indem man den gleichen Datensatz, z. B.
die besten Bilder eines Videos mehrmals auswertet und jedes Mal mit
einem anderen Einzelbild des Satzes beginnt. Quellennachweis
[1] REGISTAX, http://registax.astronomy.net/ Seitenaufrufe
seit 1. Januar 2005 : |