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Doppelsterne im Sternbild Delphinus (Delphin)


WDS20309+1126

WDS20309+1126, September 2009, R200SS


Beta Delphini, STF2704AB-D, WDS20375+1436

Beta Delphini, September 2007, R200SS, 1500 mm

Beta Delphini zeichnet sich durch einen hohen Kotrastunterschied aus. Die Komponente A ist von der Größe 3,25 mag, die Komponente besitzt eine scheinbare Helligkeit von 11,0 mag.


Gamma Delphini, Mayer 67, STF2727

Umlaufbahn für Gamma Delphini, Umlaufzeit 3249 Jahre

 Gamma Delphini, September 2006, R200SS, 1500 mm, 1/500 Sek.
Gamma Delphini ist ein physischer Doppelstern im unscheinbaren Sternbild Delphin. Das Sternbild Delphin ist im Spätsommer und im Herbst gut zu beobachten. Gamma Delphini ist der östliche Stern des Sternbildes und daher einfach zu finden. Seine beiden Komponenten erscheinen mit einer Helligkeit von 4,5 mag und 5,5 mag und stehen derzeit (2006,690) 9,03'' ± 0,31” voneinander entfernt. Der Winkel liegt bei 266,5° ± 1,8°. Damit sind sie auch mit kleinen Teleskopen gut zu trennen. Das Aufsuchen von Gamma Delphini lohnt sich, denn mit den Spektraltypen K1 (orange) und F6 (blaugrün) besitzen sie einen Farbkontrast der nur von wenigen Doppelsternen übertroffen wird. Aufgrund seiner langen Umlaufdauer von 3250 Jahren ist die Bahnabbdeckung anhand der Beobachtungsdaten nur sehr gering.

Mayers Eintrag im Beobachtungsbuch vom 22. August 1778

Die Doppelsternnatur wurde 1776 von dem Mannheimer Astronomen Christian Mayer entdeckt : "Der Stern Gamma vom Delphin ist ein Doppeltstern; sein gar kleiner Trabant geht nur eine [Zeit-] Sekunde vor ihm her, und ist 11'',5 mehr gegen Norden zugewendet, die Beobachtung ist vom 30. Oct und 4. Nov. 1776." [7].
Er führt ihn an 67. Stelle seines Doppelstern Kataloges auf. Aus Mayers Angaben ergibt sich (in Polarkoordinaten) ein Abstand von 18,5'' und ein Positionswinkel von 308,5°. Die Ephemeridenrechnung (Hle 1994) liefert für das Jahr 1776,75 einen Abstand von 12,8'' und einen Winkel von 274,6°.

Eintrag über Gamma Delphini in Mayers Notizenheft

Nur zwei Jahre später, am 27. September 1779 beobachtete auch Friedrich Wilhelm Herschel Gamma Delphini erstmals. In seinem 1782 veröffentlichten 1. Katalog schrieb er : "Doppelt, beinahe gleich hell, der Nachfolgende [Stern ist] ein wenig heller. Beide weiß. Distanz : 11,822" Durchschnittswert aus den Messungen vom September, Oktober, November und Dezember. Da ich eine Bewegung von einem dieser Sterne vermute, dachte ich, daß es am Besten ist die anderen, vorangegangenen Beobachtungen bei der Positionsbestimmung von 4° 9´ nord [= 274° 9'] nicht zu berücksichtigen" [4]. Herschels Beobachtungsdaten stimmen mit der berechneten Ephemeride bereits sehr gut überein.
Bessel, Struve und Mädler beobachteten Gamma Delphini in den Jahren 1830/1831. In seinem Buch "
Populäre Astronomie" von 1852 schrieb Mädler [8] : "Die ausgezeichnet schönen Farben dieses Doppelsterns sind goldgelb und blaugrün; die Größen 4 m und 5 m. In Fernröhren mäßiger Größe bei etwa 25 bis 30 [-facher] Vergrößerung bequem sichtbar. Die Beobachtungen umfassen 67, und wenn Bradley's Meridianbeobachtung hinzugenommen wird, 92 Jahre, aber noch ist keine Spur einer Veränderung wahrzunehmen. Merkwürdiger Weise nennt Herschel diese Sterne >beide weiß< . Gegenwärtig wird auch das ungeübteste Auge diese sich so sehr auszeichnenden Farben auf den ersten Blick erkennen;und doch zeigte Herschel's Teleskop die Farben;besonders Roth und Gelb, noch deutlicher als unsre Achromate. Hat hier wirklich eine Veränderung stattgefunden ? Distanz 11''443; Position 273° 12'." [8]



Mayer 65, BSC7840, STF2690

BSC7840, September 2006, R200SS, 1500 mm, 1/100 Sek, f/4

Mayer 65 befindet sich ein wenig westlich von Epsilon Delphini und ist daher leicht zu finden :

"Nur 2 Min. in der Zeit vor dem Epsilon des Delphin, und 2' südlicher als dieser ist, findet man einen kleinen Doppeltstern von der 7ten oder 8ten Reihe, und von ungemein blassen und schwachem Licht, auch gleicher scheinbaren Größe. Wir haben dieselbe vom 15. Aug. 1777 bis 13. Sept. sehr oft beobachtet, und ihren größten Unterschied gegen Ost und West 1'',6 ein und andermal auch von 2'' in der Zeit bemerkt, den Unterschied aber in der Abweichnung 3 auch 5 Sekunden. Es ist ein neuer Doppeltstern, und vielleicht der erste im Delphin."
Ein paar Seiten weiter schrieb Mayer :
"Epsilon Delphin ist ein Stern von der 3ten oder 4ten Größe. Es lauft mit ihm ein kleiner Doppeltstern über die Mittagslinie, davon beide von der 7ten Größe zu seyn scheinen. Man erschrickt, wenn man diese auf das feurige Licht des Epsilon vom Delphin zum erstenmal erblickt : sie haben eine bleiche Todtenfarbe. Ihr Unterschied in der geraden Aufsteigung ist nur 1 Sek. in der Zeit; den 15 Aug. 1777 schienen sie mir gar genau in der nämlichen Höhe, daher konnte ich ihnen nichts ungleiches in ihrer gegenseitigen Abweichung anschreiben. Den 18. AUg fand ich einen Unterschied von 3 Sek. in der Abweichung : ich kann wohl leiden, daß man diesen kleinen Unterschied den Fehlern der Beobachtung beirechne, ich werde dies Jahr etwas gewisseres davon sagen können. Sie schicken sich trefflich für Trabanten, wegen ihrem scheinbaren nahem Stande bei dem Hauptsterne; sie sind nur 2 Min. 10 Sek. südlicher als selber."
[7]. Aus Mayers Angaben folgt eine Distanz, die zwischen 23,8'' und 29,8'' liegt. Über den Positionswinkel läßt sich keine Angabe machen, da Mayer nicht beschrieb ob der Begleiter dem Hauptstern vorherging oder folgte, ob die Distanz in Deklination nördlich oder südlich zu verstehen ist.
Im Jahre 1836 beobachtete Mädler in Dorpat BSC7840. Aus 15 Messungen im Juni / Juli folgte eine Distanz von 14,33'' und ein Winkel von 256,3°. Eigene Messungen am 9. September 2006 (2006,690) lieferten eine Distanz von 17,28'' ± 0,31'' und einen Positionswinkel von 254,1° ± 1,2°.



Mayer 66, STF2703, WDS20368+1444,

STF2703, September 2007, R200SS, 1500 mm

Mayer beobachtete diesen Mehrfachstern im Jahre 1778 insgesamt 4 Mal. Die Helligkeiten bezeichnete er mit 9. Größe und "teleskopisch". Den etwas weiter entfernten zweiten Begleiter C erwähnte er nicht. Den Abstand für AB gab er mit 29,5'' an, für den Winkel nannte er 245°.
In obiger Abbildung ist die B-Komponente deutlich heller wie A oder C. Der Grund hierfür liegt einerseits an der höheren spektralen Empfindlichkeit der Webcam für das rote Farbspektrum und andererseits an den unterschiedlichen Spektren der Komponenten A (Typ A5) und B (Typ K0). Die Komponete C ist ein Veränderlicher (NSV13175) und ist vom Spektraltyp G0.


STF2718, WDS20426+1244

STF2718, WDS20426+1244

STF2718 wurde erstmals im Jahre 1824 beobachtet. Die beiden Komponenten A und Befinden sich in der Abbildung oben rechts in einem Abstand von ca. 8,5'', während sich die Komponente C in einem Abstand von 165'' befindet.


WDS20535+0300

NSV25384




Quellennachweis

[1] The Washington Double Star Catalog, http://ad.usno.navy.mil/wds/
[2] Christian Mayer, Verzeichniss aller bisher entdeckten Doppelsterne, Berliner Astronomisches Jahrbuch für 1784, Herausgegeben von Johann Elert Bode 1781,
[3] Brian Workman, Binary Star Orbit Calculator, http://www.geocities.com/CapeCanaveral/Runway/8879/englishdownload.html
[4] William Herschel, Catalog of Double Stars, Philosophical transactions of the Royal society of London, 1782 Vol. 72
[5] The Bright Star Catalogue, http://www.alcyone.de/SIT/bsc/bsc.html
[6] William Herschel, Catalog of Double Stars, Philosophical transactions of the Royal society of London, 1785 Vol. 75
[7] Christian Mayer, Gründliche Vertheidigung neuer Beobachtungen von Fixsterntrabanten welche zu Mannheim auf der kurfürstlichen Sternwarte entdeckt worden sind, Mannheim 1778
[8] Johann Heinrich Mädler, Populäre Astronomie, 4. Auflage, Verlag von Carl Heymann, Berlin 1852



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