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Doppelsterne im Sternbild Leo (Löwe)

Regulus, Alpha Leonis, 32 Leonis, STFB 6AB, WDS10084+1158

 Regulus, 25. März 2007, R200SS, 1500 mm, Mittelung über 85 Einzelbilder
Regulus bietet auch in kleinen Teleskopen einen sehr schönen Anblick. Seine Komponenten A und B sind 1,4 mag bzw. 8,3 mag hell und befinden sich in einem Abstand von 176''. Der Positionswinkel beträgt 307° [1]. Christian Mayer schrieb 1778 über Regulus :

"Das Herz des Löwen (Regulus), jener hell glänzende herrliche Stern von der ersten Größe, wird wohl von niemand in die Rolle der Doppelsterne vermuthet werden; doch ist er sehr nahe an diesen Gränzen, es begleitet ihn ein sehr blasses Sternlein, ich schätze dieses von der 11ten oder 12ten Größe. Dieser blasse Trabant geht 10 Sek. in der Zeit vor dem Regulus her, und ist den 27. Dec. 1777 um 57,5" nördlicher als der Hauptstern gestanden (...)" [7].

Mayers Beobachtungsnotizen zu Regulus und seinem Satelliten (Begleiter)

Überprüft man seine Angaben anhand der Daten des WDS, so beträgt der Unterschied in Rektaszension (Jahr 2000) genau 9,3 Zeitsekunden.
Aus Mayers Beobachtungen ergibt sich eine Distanz von insgesamt 157,6'' und ein Winkel von 291°. In seinem Doppelsternkatalog von 1781 wurde Regulus nicht aufgeführt. Er schien sich über das Wesen des Begleiters nicht ganz sicher gewesen zu sein.

Friedrich Wilhelm Herschel beobachtete Regulus erstmals am 14. November 1779 : "Doppelt, sehr ungleich, Distanz 2' 48'' 20'''. Position 30° 5' nördlich, vorlaufend" [4]. Als Entdecker der Doppelsternnatur nannte er Christian Mayer. 
Herschels Angaben stellen zwar mit einer Distanz von umgerechnet 168,3'' und einem Winkel von 300,5° schon eine erhebliche Verbesserung gegenüber Mayers Messungen dar, doch erst Struve ermittelte 1836 den korrekten Wert mit 176,90'' und 306,6°. Seit dieser Zeit haben sich weder Abstand noch Positionswinkel nennenswert verändert. Für beide Komponenten ist somit die Eigenbewegung gleich.


6 Leonis, SHJ 107, WDS09320+0943

6 Leo am 19. April 2009, R200SS, 1500 mm

6 Leonis wurde bereits 1781 erstmalig beobachtet. Obwohl sich beide Komponenten mit einer Helligkeit von 5,22 m,ag und 9,30 mag leicht beobachten lassen liegen bislamg lediglich 47 Messungen vor. Der Hauptstern ist vom Spektraltyp K3III und erscheint im Okular stark rötlich.

STT 204AB, WAL 56AC, WDS09388+1047

STT 204AB, WAL 56AC, am 17. April 2010

STT 204AB wurde im Jahre 1843 von Otto Struve entdeckt. Die Sterne sind von 6,7 und 11,6 ter Magnitude, der Abstand beträgt etwa 8''. Die Komponente AC wurde erstmals im Jahre 1944 beobachtet. Eine weitere Beobachtung liegt aus dem Jahre 2007 vor. Bei obiger Aufnahme handelt es sich daher erst um die dritte Beobachtung dieser Komponenten. Die Helligkeit von C ist im WDS Katalog mit 10,65 Magnituden angegeben, der Abstand liegt bei rund 85''.

o Leo, H 6 76AB, WDS09412+0954

o Leo am 19. April 2009, R200SS, 1500 mm

Die Struktur von o Leonis ist bereits seit dem Jahre 1783 bekannt und wurde von Wilhelm Herschel entdeckt. Während der Hauptstern mit einer Helligkeit von 3,56 mag mit dem bloßen Auge sofort sichtbar ist, läßt sich der nur 10,83 mag helle optische Begleiter nur mit einem Teleskop beobachten. Bislang liegen 20 Messungen vor.


STF1379, WDS09453+0853

STF1379 am 17. April 2010, R200SS, 1500 mm

Die Doppelstern Struktur von STF1379 wurde im Jahre 1830 entdeckt. Bislang liegen 17 Beobachtungen vor, was auf die Nähe des Begleiters - verbunden mit dem großen Kontrastunterschied - zurück zuführen ist. Die Hauptkomponente erstrahlt mit einer Helligkeit von 7,16 Magnituden, während der Begleiter nur 10,75 Magnituden hell ist. Positionswinkel und Abstand haben sich seit der ersten Beobachtung kaum verändert.

HJ 820, WDS09434+0858

HJ 820 am 17. April 2010, R200SS

HJ 820 ist seit 1830 als Doppelstern bekannt. Die Helligkeiten betragen lediglich 10,02 und 10,28 Magnituden. Seit seiner ersten Beobachtung wurde HJ 820 nur 12 mal beobachtet. Weder der Positionswinkel noch der Abstand weisen eine Veränderung auf.

Gamma Leonis, 41 Leonis, Algieba, STF1424, WDS10200+1950

Gamma Leonis, Algieba, 29.März 2002, R200SS, 1500 mm, Mittelung über 100 Einzelbilder

Gamma Leonis, Algieba, 14. April 2004, RS200SS bei 114-facher Vergrößerung, abgeblendet auf f/5, Zeichnung groß (80 kB)

Einer der schönsten Doppelsterne. Weitere Informationen finden Sie hier : Gamma Leonis


STF1431, WDS10256+0847

STF1431 am 6. April 2010 a) original Aufnahme b) 4-fach vergrößert

STF1431 ist bereits seit 1782 als Doppelstern bekannt. Seitdem wurde er mehr als 54 mal beoabachtet. Aktuell liegt der Winkel bei 70°, der Abstand beträgt 3,75''.

54 Leonis, Mayer 28, STF1487, WDS 10556+2445

 54 Leonis, 23. März 2006, R200SS, Mittelung über 15 Einzelbilder

Im Gegensatz zu Gamma Leonis wird 54 Leonis wird bereits im Doppelstern Katalog von Christian Mayer genannt. Mayer gab einen Abstand von 6'' an. Auch Friedrich Wilhelm Herschel beschrieb ihn in seinem 1. Katalog : "Doppelt, etwas ungleich, der Hauptstern ist blendend weiß, der Begleiter gräulich mit einer Distanz von 7,6". Position 9,14° südlich" [2]. Laut WDS [1] beträgt der Abstand 6,3", der Positionswinkel 111°  und die Helligkeiten 4,48 mag bzw. 6,30 mag. Mit dem Baader Micro Guide habe ich am 23. März 2006 einen Abstand von etwa 11'' (0,75 EH) und einen Winkel von 110° gefunden. Aus dem Summenbild folgt hingegen eine Distanz von 6,1'' und ein Positionswinkel von 112°.
Das Programm REDUC [8] von Florent Losse erlaubt eine automatische Analyse der Einzelbilder und wurde speziell zur Auswertung von Doppelsternaufnahmen geschrieben. Die erzielbaren Genauigkeiten liegen dabei deutlich unter dem Auflösungsvermögen des Teleskops oder dem Abbildungsmaßstab der gewählten Konfiguration. Für 54 Leonis liefert es eine Distanz von 6,48'' ± 0,20'' und einen Winkel von 113,4° ± 1,5°.
Wolfgang Vollmann hat diesen Doppelstern ebenfalls mehrfach beobachtet. Seinen Bericht finden Sie unter Doppelstern 54 Leonis = STF1487.


Iota Leonis, 78 Leonis

78 i Leonis, 16. April 2004, R200SS, Mittelung über 300 Einzelbilder
Selbst bei sehr gutem Seeing gelang es mir bislang nicht 78 i Leonis mit meinem Teleskop visuell aufzulösen. Bei 114-facher Vergrößerung erscheint 78 i Leonis manchmal länglich in 5-Uhr Stellung. Dabei liegen die beiden 4,0 mag und 6,7 mag hellen Komponenten immerhin 1,6" (2002) auseinander.



83 Leonis, Mayer 29, H IV 13, STF1540

 83 Leonis, STF 1540, 2. Mai 2006, R200SS, 1500 mm

An 29. Stelle listete Christian Mayer 83 Leonis in seinem Doppelsternverzeichnis auf. Seine Beschreibung ist recht einfach "bei Tau Löwe Nr. 83". Die Komponenten beschrieb er von 6. und 8. Größe in einem Abstand von 28''. Tatsächlich erscheinen die Komponenten mit einer Helligkeit von 6,55 mag und 7,50 mag.
Auch Wilhelm Friedrich Herschel beobachtete diesen Stern seit dem 6. April 1780 : "doppelt, es ist ein kleiner Stern nördlich vorlaufend von Tau [Leonis]. Ein wenig ungleich. Beide neigen zu rot. Distanz 29,5'', Position 54° 55' südlich nachlaufend." [4].  Herschel führte ihn in seinem Katalog in seiner 4. Klasse an 13. Stelle auf [4].
Der Abstand in obiger Aufnahme beträgt - wie Mayer schon bemerkte 28,1" - der Positionswinkel liegt bei 147,9°.



Tau Leonis, 84 Leonis, Mayer 30, STF  84


 Tau Leonis, STF 84, 2. Mai 2006, R200SS, 1500 mm

Es ist kein Wunder, daß auch dieser schöne Doppelstern in den Katalogen von Christian Mayer und Friedrich Wilhelm Herschel zu finden ist, denn er folgt 83 Leonis in kurzer Distanz. Mit meinem 16 mm Nagler Okular kann ich 83 Leonis und 84 Leonis zusammen im gleichem Gesichtsfeld beobachten. Mayer notierte ihn an 30. stelle seines Katloges, Herschel listete ihn in Klasse IV an 12 Stelle auf. Er notierte :

" * [entdeckt von Christian Mayer], doppelt, deutlich ungleich, der größere [Stern] rötlich, der kleinere neigt zu blau. Distanz : 1' 22'' 42''', Position 73° 29', südlich nachlaufend." [4]. Herschels Beschreibung der Farben stimmt mit meinem ersten Eindruck gut überein.

Laut WDS [1] hatte 84 Leonis 2004 einen Abstand von 88,9'' und einen Positionswinkel von 181°. Dies stimmt mit meinen eigenen Messungen gut überein. Die Analyse der Videodaten ergab eine Distanz von 88,4'' ± 0,2'' und einen Positionswinkel von 179,8° ± 0,1°, wobei ich für die Bestimmung des Winkels keine weiteren Aufnahmen für die Fehlerkorrektur erstellte.


Quellennachweis

[1] The Washington Double Star Catalog, http://ad.usno.navy.mil/wds/
[2] Christian Mayer, Verzeichniss aller bisher entdeckten Doppelsterne, Berliner Astronomisches Jahrbuch für 1784, Herausgegeben von Johann Elert Bode 1781,
[3] Brian Workman, Binary Star Orbit Calculator, http://www.geocities.com/CapeCanaveral/Runway/8879/englishdownload.html
[4] Wiliam Herschel, Catalog of Double Stars, Philosophical transactions of the Royal society of London, 1782 Vol. 72
[5] The Bright Star Catalogue, http://www.alcyone.de/SIT/bsc/bsc.html
[6] Wiliam Herschel, Catalog of Double Stars, Philosophical transactions of the Royal society of London, 1785 Vol. 75
[7] Christian Mayer, Gründliche Vertheidigung neuer Beobachtungen von Fixsterntrabanten welche zu Mannheim auf der kurfürstlichen Sternwarte entdeckt worden sind, Mannheim 1778
[8] Florent Losse, Reduc, http://www.astrosurf.com/hfosaf/uk/tdownload.htm
[9] Christian Mayer, De novis in coelo sidereo phaenomenis in miris stellarum fixarum comitibus, Mannheim 1779
[10] Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim (LTA) / Archiv / Bildarchiv / Bestand Sternwarte, Fotografie : J.S.Schlimmer

Danksagung

This research has made use of the Washington Double Star Catalog maintained at the U.S. Naval Observatory.



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